Wie kommt man günstig an Musiksoftware? 0
Wenn man anfangen möchte Beats zu machen, kommen viele Fragen auf – eine der Wichtigsten: Für welche Software bzw. Hardware entscheide ich mich (vorausgesetzt der PC oder MAC ist schon vorhanden)?
Meist hat man ein Programm bei einem Bekannten gesehen und möchte dann am Liebsten genau damit produzieren, denn man hat einen Ansprechpartner der über die ersten Einstiegshürden hinweg hilft. Entsprechende Programme zum Musik produzieren und aufnehmen kosten allerdings oftmals eine ganze Stange Geld.
In den meisten Fällen – die ich so kenne – ist das Budget schon nach einem Einkauf in der Hardware-Abteilung (Audio-Interface, Mikrofon, Monitor-Boxen, Kabel, Pre-Amp, …) komplett aufgebraucht, bis gnadenlos überzogen. Da reicht es dann nicht mehr für Cubase, Logic, FruityLoops, Samplitude, Reason, Live und Co.
Aber es gibt ja bekanntlich auch günstige Alternativen und Freeware.
Das Wichtigste und somit die Basis beim Produzieren ist der Sequenzer (oder auch DAW = Digital Audio Workstation), denn damit steuert man die Instrumente an, nimmt Sounds auf und arrangiert alle Einzelteile zu einem ganzen Song.
Also wie komme ich nun an eine DAW bzw. einen Sequenzer?
Wenn man man Glück hat ist eine Lite-Version, also eine etwas eingeschränkte Version eines Sequenzer bereits beim Kauf der Soundkarte oder des Audio-Interface (Cubase LE, Live Lite, StudioOne Artist etc.) dabei – dann kann man direkt damit starten. Aufgepasst! Tascam, M-Audio, Terratec, Yamaha und PreSonus liefern meist eine Software mit!
Wenn man ein wenig Geduld mitbringt und die Musik-Magazine wie die Keys, Beat, Keyboards und andere beobachtet, ist damit zu rechnen, dass es bei Zeiten auf einer Heft-CD einen Einsteiger-Sequenzer gibt (Samplitude SE, Energx XT oder ähnliche). Manche Hefte kann man sich übrigens auch Online nachbestellen und bekommt für sehr wenig Geld (ca. 5 – 10 €) eine gute Musik-Software.
Eine Andere Möglichkeit ist in bekannten Internetforen zu suchen (z.B. www.recording.de). Dort findet man oft Links zu Reaper www.reaper.fm – Reaper darf man kostenlos testen. Ist man zufrieden, zahlt man ca. 50 € für eine Lizenz und darf die Software uneingeschränkt nutzen. Eine Alternative in der Preisklasse ist Samplitude SE für 49 €, das Samplitude Music Studio (79 €) oder aber FL Studio Express Edition für $49 (als Download).
Ein weiterer Tipp: Schüler, Azubis und Studenten bekommen oftmals großzügige Rabatte bei Softwarefirmen und zahlen so für Vollwertige DAWs schnäppchen Preise!
Leider ist das Angebot an Freeware DAWs begrenzt, mir bekannt und brauchbar sind folgende Programme:
- LMMS Linux MultiMedia Studio (Linux, Win, Mac) eine Kopie von FruityLoops, noch in Beta-Phase
- MU:LAB free
- Ardour: leider nur für Linux User, aber ein sehr brauchbares Programm
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass es sinnvoll ist, sich einen guten Sequenzer zu leisten, da dieser die Grundlage für die gesamte weitere Arbeit darstellt. Wichtig dabei ist, dass man selbst mit dem Programm zurecht kommt und sich damit wohl fühlt. Außerdem gibt es für die gängigsten Programme auch viele Lernkruse und Bücher zum nachlesen, wie was funktioniert.
Im Küchenstudio arbeiten wir übrigens auf dem MAC mit Logic Studio und ProTools LE und auf dem PC mit Samplitude 11 Pro. Außerdem kommen bei einigen Kollegen noch ein Cubase und Ableton Live zum Einsatz.
Hat man „seinen“ Sequenzer gefunden braucht man unter Umständen noch Sounds und Virtuelle-Instrumente. Aber keine Angst, dass ihr jetzt zu tief in die Tasche greifen müsst, denn in der Regel liefern die Programme schon einige Instrumente, Loops, Sounds und Effekte mit, so dass man direkt loslegen kann. Schaut euch doch einfach mal in unserem Blog um, denn wir haben einige Beiträge zu kostenlosen Sample-Quellen, Instrumente und Effekte.
Einen Vorteil haben hier übrigens die Apple-Nutzer, Garage Band ist zum Einstieg ein super Programm und vor allem schon beim kauf des MACs dabei. Außerdem kann man relativ günstig auf Logic upgraden und die vielen mitgelieferten Sounds und Effekte nutzen, ohne weiteres dazu zu kaufen.
Viel Spaß beim Produzieren!
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